Aktuelles

Hauptversammlung und Fortbildung 2026 in Hermannsburg (NS)

Wahlen und Wissensvermittlung in Niedersachsen

Vom 20.-22. März 2026 kamen ca. 50 Gattermeister und Betreiber von Schwarzwildgattern zu ihrem jährlichen Treffen in Hermannsburg (NS) zusammen. Am Freitagabend fand die Hauptversammlung statt, bei der neben den Berichten über die Arbeit des vergangenen Jahres auch Wahlen auf der Tagesordnung standen. 

Nach der Begrüßung und der Feststellung der Formalien berichtete der 1. Vorsitzende Maik Weingärtner über die Gatterarbeit und die Entwicklung der 20 Mitgliedsgatter der Kompetenzgruppe in Deutschland. 2025 wurden insgesamt 6.594 Jagdhunde in 10.112 Übungseinheiten auf ihren Jagdeinsatz auf wehrhaftes Schwarzwild vorbereitet. Damit sind die Schwarzwildgatter jagdkynologische Ausbildungszentren, die eine große Verantwortung tragen und einen wichtigen Beitrag für das Jagdgebrauchshundewesen leisten. 

Schatzmeister Friedrich-Wilhelm Bauck stellte den Kassenbericht vor, dem der Bericht der Kassenprüfer und die Entlastung des Vorstandes folgten. 

Neue Vereinsführung
Bei den turnusgemäßen Wahlen stand Maik Weingärtner als 1. Vorsitzender nicht mehr zur Verfügung. Als seine Nachfolgerin wurde die bisherige 2. Vorsitzende Dr. Christina Jehle gewählt. Die Tierärztin, Jägerin und Hundeführerin hat 20 Jahre Erfahrung in der jagdlichen Verbandsarbeit und ist hauptberuflich für die Koordination des ASP-Kadaversucheprojekts in Baden-Württemberg zuständig. Als neuer 2. Vorsitzender wurde Marko Dettmann gewählt. Er ist passionierter Jäger, aktiver Hundeführer (DD) auf Bewegungsjagden und seit vielen Jahren Gattermeister im Schwarzwildgatter Hohenbarnekow in Mecklenburg-Vorpommern. 

Friedrich-Wilhelm Bauck wurde für die nächsten vier Jahre als Schatzmeister in seinem Amt bestätigt. Auch er führt Deutsch Drahthaar und ist Gründungsmitglied des Schwarzwildgatters Hermannsburg. 

Als Kassenprüfer wurden Martin Gottwald, Carl Koske und Christoph Toschke gewählt. 

Dank für die Verdienste der vergangenen Jahre
Im Anschluss an die Wahlen dankte Dr. Jehle Maik Weingärtner für seinen unermüdlichen Einsatz in der Kompetenzgruppe, die er zusammen mit Prof. Hans Wunderlich 2010 gegründet und die ganze Zeit im Vorstand vertreten hat. Parallel dazu war er als Gattermeister im SWG Zehdenick und JGHV-Richter im praktischen Einsatz bei der Jagdhundeausbildung und -prüfung. 
In Zeiten von kritischer Betrachtung der Ausbildung von Jagdgebrauchshunden an lebendem Wild war es maßgeblich sein Verdienst als Vorsitzender und Mitautor der verbindlichen Leitlinien der Kompetenzgruppe, dass sich die Schwarzwildgatter weiterhin etabliert haben und vor Einschränkungen bewahrt wurden. 
Im Jahr 2022 ist es ihm zusammen mit JGHV-Präsident Karl Walch gelungen, eine Vereinbarung über die strategische Zusammenarbeit zwischen der KG SWG und dem JGHV zu treffen. 

Für seine Verdienste wurde Weingärtner auf dem JGHV-Verbandstag in Fulda mit der Leistungsplakette in Gold geehrt.
Nach einem kulinarischen Dankeschön wurde Maik Weingärtner von den Mitgliedern der Kompetenzgruppe zum Ehrenvorsitzenden ernannt. 

Verfechter der Leitlinien für den Tierschutz
Karl-Ernst Brehmer hat als Zertifizierer ebenfalls über 15 Jahre die Entwicklung der Kompetenzgruppe aktiv mitgestaltet. Mit seiner Fachkenntnis hat er die Planung und den Bau neuer Schwarzwildgatter unterstützt und bestehende Gatter bei der Weiterentwicklung gemäß den Leitlinien begleitet.
Er hat sich der Umsetzung dieser verbindlichen Leitlinien als Voraussetzung für die Zertifizierung der Gatter verschrieben. 
Mit sehr viel Sachverstand, Einfühlungsvermögen und dem nötigen Maß an Hartnäckigkeit hat Brehmer dafür gesorgt, dass alle 20 Mitgliedsgatter die Leitlinien im Sinne des Tierschutzes für Gattersauen und Jagdhunde im Gatteralltag befolgen. 
In seinem Resümee über seine Tätigkeit betonte er die Wichtigkeit des Prägungskorridors und regte an, dass noch mehr Züchter ihre Welpenkäufer auf die Möglichkeit der Frühprägung der Junghunde (ab ca. 4-5 Monate) hinweisen sollten. Denn hier können wichtige Grundsteine für die weitere Entwicklung des Jagdgebrauchshundes gelegt werden. Die Doppelzäunung der Gatter ist mittlerweile verbindlich, was gerade in Zeit der Afrikanischen Schweinepest für den Gatterbestand unerlässlich ist. Dass das Wohlbefinden der Sauen im Mittelpunkt steht, zeigen auch die zweimal jährlich erforderlichen tierärztlichen Untersuchungen. 
Brehmer zeigte sich sehr erfreut, dass trotz des Föderalismus alle 20 Gatter in Deutschland auch dank der Rückendeckung durch DJV und die Landesjagdverbände zertifiziert sind. 

Karl-Ernst Brehmer steht aus Altersgründen nicht mehr als Zertifizierer zur Verfügung. Als Dank erhielt er neben einem Präsentkorb von den Anwesenden die Ernennung zum Ehrenmitglied der Kompetenzgruppe. 
Ab 2027 sollen zwei bis drei neue Zertifizierer ernannt werden. 

Im Anschluss an die Hauptversammlung klang der Abend bei vielen angeregten Gesprächen in geselliger Runde aus. 

Vielseitige Fortbildung durch Experten
Am Samstag kamen die Gattermeister erneut zur obligatorischen Fortbildungsveranstaltung zusammen. Nach der Begrüßung durch den neuen und alten Vorstand stimmte die Jagdhornbläsergruppe der Hegeringe Wietzendorf und Hermannsburg-Müden die Teilnehmer jagdlich ein. 

Den ersten Vortrag hielt Dr. Ralf Erler aus Bestensee. Der praktische Tierarzt wies die Teilnehmer zu Beginn auf gängige Gefahren für Jagdhunde hin. Neben Schwarzwild und Verkehrsunfällen sind in den letzten Jahren vermehrt Übergriffe durch Waschbären zu beobachten. Diese setzen sich den Jagdhunden in Feucht- und Schilfgebieten auf den Kopf und drücken sie unter Wasser - schlimmstenfalls bis zum Ertrinken. Er berichtete, dass mit vermehrtem Jagddruck und steigender Wolfspopulation das Schwarzwild sein Verhalten ändern würde und schwerer aus der Deckung zu bekommen sei. Damit gewinnt die praxisnahe Ausbildung der Jagdhunde im Schwarzwildgatter noch mehr an Bedeutung für den tierschutzgerechten Jagdeinsatz. 

Was stresst Gattersauen?
Tierschutz ist unteilbar, so dass bei der Gatterarbeit sowohl das Wohl der Hunde als auch das der Gattersauen im Fokus steht und stresserzeugende Handlungen auf ein Mindestmaß begrenzt werden müssen. Ein gewisses Maß an Stress gehört allerdings zu jedem Leben dazu und ist evolutionär notwendig, so dass Stress nicht zwingend negativ für den Organismus ist. 
Im Rahmen seiner Dissertation hat Dr. Erler die Stressbelastung von Sauen in Schwarzwildgattern in Brandenburg untersucht. Dazu hat er mögliche Stressoren für Schwarzwild im Gatter definiert, wie z.B. soziale Konflikte, Rausche, eingeschränkte Bewegungsfreiheit, physische Beeinträchtigung, akute Ereignisse, Witterung oder aber der im Gatter arbeitende Jagdhund. Für die Beurteilung der Stressreaktionen wurden Ethogramme und Speichelcortisolmessungen durchgeführt. Als Vergleichsparameter zur Hundearbeit wurde das Verhalten bei Isolation von der Rotte bewertet. 
Die Auswertung ergab, dass die Trennung von der Rotte die Sauen deutlich mehr stresste als ein einzelner Hund im Gatter, der keinen unkontrollierbaren Stressor für die Sauen darstellt. 
Als Maßnahmen zur Stressreduzierung nannte Dr. Erler die Einhaltung der Leitlinien der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter, die u.a. eine artgerechte Haltung, naturnahes Futter, Rückzugsmöglichkeiten und eine stabile Rottenzusammensetzung vorgeben. 
Sauen (und auch Hunde) sind wenig hitzetolerant, daher ist bei heißen Sommertagen Vorsicht geboten, im Zweifelsfall müssten Übungseinheiten im Sinne des Tierschutzes auch mal abgesagt werden. 

Hundemalaria ist auf dem Vormarsch
Im Anschluss gab Dr. Erler einen Überblick über die Babesiose („Hundemalaria“). Babesien sind Parasiten, die die roten Blutkörperchen befallen und zerstören. Übertragen werden sie durch Dermacentor reticulatus („Wiesen-/Auwaldzecke“). Diese Zecken sind durch (Hunde-)Tourismus in den letzten Jahren zusammen mit ihren Parasiten aus Mittel- und Osteuropa nach Deutschland eingeschleppt worden und finden durch den Klimawandel hier regional sehr gute Lebensbedingungen. Bezeichnend für sie ist, dass sie ganzjährig aktiv sind – die meisten Fälle kommen bei Hunden in den Monaten April und Oktober bis Dezember vor. Daher ist ein ganzjähriger Zeckenschutz mittlerweile unerlässlich. 
Erkrankte Hunde zeigen Fieber, Schwäche, blasse Schleimhäute, Inappetenz und in fortgeschrittenem Stadium bräunlichen Urin. Das Blutbild weist meist einen hochgradigen Mangel an Thrombozyten (Blutplättchen) auf. Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt, ist die Prognose günstig. Wird zu spät reagiert, kann sie aber auch tödlich verlaufen. 
Dr. Erler legte allen Anwesenden ans Herz, ihre Hunde das ganze Jahr über mit zeckenabweisenden bzw. -abtötenden Produkten zu schützen. Diese gibt es als Spot-on, Halsband, Tabletten oder Injektion. Wer stattdessen „biologische“ Mittel wie Kokosöl, Bierhefe oder Bernsteinhalsbänder nimmt, spielt im schlimmsten Fall mit dem Leben seines Hundes. 

Mehr Informationen und eine Karte zur Verbreitung der Babesien in Deutschland gibt es unter: https://vbd.laboklin.com/vektoruebertrageneinfektion-babesia-spp-hund/

„Was heißt hier Tierschutz?“
Als nächsten Referenten begrüßte Christina Jehle Prof. Dr. Thomas Richter. Der Tierarzt mit langjähriger Expertise in Tierschutz, Jagd und Falknerei stellte den Teilnehmern ethische und moralische Grundlagen des Tierschutzes vor und beleuchtete die verschiedenen Ansätze zur „Gleich“-/Stellung von Mensch und Tier. Auch was ein „vernünftiger Grund“ im Sinne des Tierschutzgesetzes ist, wurde am Beispiel von jagdlichen Situationen behandelt.
Sein Fazit zum Tierschutz im Schwarzwildgatter: „Zur Beurteilung der Tierschutzrelevanz sollten tierbezogene Indikatoren herangezogen werden wie morphologische, ethologische und physiologische Schmerzen und Schäden.“ Für die Sauen im Schwarzwildgatter bedeutet das: keine übermäßige Angst, keine Verletzungen, keine Verhaltensstörungen, Vertrauen zu den Gattermeistern und gute tierärztliche Betreuung. 
Für die Hunde, die im Schwarzwildgatter eingearbeitet werden, heißt das: selten Verletzungen im Gatter und im Jagdbetrieb, Kompetenz und Selbstvertrauen beim Einsatz und das Aussortieren der Hunde, die für die Schwarzwildjagd untauglich sind. Denn kompetente, brauchbare Jagdgebrauchshunde sind die Grundlage tierschutzkonformer Jagd. 

Populationsdynamik und das biologische Gleichgewicht
Im zweiten Teil seines Vortrags ging Prof. Richter auf die Reproduktions- und Überlebensrate von Wildtieren ein. Dabei stellte er eine Studie zum Einfluss von Umwelt- und physiologischen Faktoren auf die Wurfgröße von Schwarzwild in Deutschland vor. Hier haben Witterung und daraus resultierendes vermehrtes Futterangebot einen deutlichen Einfluss auf die Wurfgröße, die Jagd jedoch nicht. Nur wenn die Jagd über einen längeren Zeitraum hin zusätzlich zur unvermeidlichen Sterblichkeit auch die kompensatorische Sterblichkeit überschreitet, wird die Populationsgröße geringer werden. 

Aktueller Stand der ASP in Deutschland
Nach der Mittagspause gab Dr. Christina Jehle einen Überblick über das ASP-Geschehen in Deutschland. Während Sachsen und Brandenburg inzwischen ASP-frei sind, herrscht in Nordrhein-Westfalen und Hessen nach wie vor ein teils reges Seuchengeschehen. Sie stellte die Säulen der ASP-Bekämpfung „Kadaversuche – Zaunbau – Bejagung“ vor und erläuterte anhand der Einsatzerfahrungen der letzten 21 Monate in Hessen und Baden-Württemberg die Herausforderungen der einzelnen Komponenten. So ist der Zaunbau im Ballungsraum durch Leitungserkundung und Kampfmittelsondierung deutlich aufwendiger als in siedlungsärmeren Waldgebieten. Auch die Akzeptanz der Jägerschaft für die Maßnahmen ist regional unterschiedlich. Sie betonte aber, dass es sich dabei um die Bekämpfung einer Tierseuche handelt, die nicht mit normaler Jagdausübung vergleichbar ist. 
Daher sollte der Schwarzwildbestand in ASP-freien Gebieten bereits jetzt schon deutlich reduziert werden, solange man das Schwarzwild noch waidgerecht bejagen und uneingeschränkt vermarkten kann. 

Impfstoff gegen das Aujeszky Virus (AK) und Forschung zur Hundebox
Danach berichtete Jehle über die Feldversuche zur AK-Impfung für Hunde in Frankreich. Dort gibt es einen für Hausschweine zugelassenen Impfstoff, der versuchsweise auch Jagdhunden injiziert wurde, die in Gebieten mit vielen AK-positiven Wildschweinen jagen. Dabei kam es nach der Grundimmunisierung mit nur einer Ausnahme zu keinen Infektionen bei den Jagdhunden. Da eine AK-Infektion beim Hund immer tödlich verläuft, versprechen sich die Hundeführer viel von der Impfung. Diese ist allerdings nicht unter Laborbedingungen getestet, hat teils deutliche Nebenwirkungen und schützt nur ca. sechs Monate. Da der Impfstoff in Deutschland weder für Hunde noch für Schweine zugelassen ist, ist eine Anwendung mit einigem Aufwand verbunden. Bis wann es weitere Untersuchungen dazu geben wird ist unklar, aber immerhin ist es schon mal ein kleiner Hoffnungsschimmer. Dennoch ist – sofern im Jagdbetrieb möglich – das Vermeiden von Kontakt mit Schwarzwildspeichel der beste Schutz vor einer Infektion. 

Abschließend stellte Dr. Jehle den Teilnehmern noch das „WAUG-Projekt“ vor, eine wissenschaftliche Untersuchung zur vorübergehenden Unterbringung von Dienst- und Gebrauchshunden in Transportboxen zu Erholungszwecken. Sie betonte, dass sich möglichst viele Jagdgebrauchshundeführer an der Umfrage beteiligen sollten, damit eine umfangreiche Datenbasis für die Auswertung zur Verfügung steht. 
 

Leistungszeichen im Schwarzwildgatter
Maik Weingärtner informierte als letzter Referent über die Leistungszeichen im Schwarzwildgatter, die von vielen Rassezuchtvereinen abgenommen werden. Hier sollte das Augenmerk auf die Stöberleistung, den Laut und das Verhalten am Schwarzwild gelegt werden. Die vorherige Einarbeitung der Hunde in einer bis mehreren Übungseinheiten im Gatter macht sich dabei im Prüfungserfolg bezahlt. Durch Mitglieder der Kompetenzgruppe sollen auch in diesem Jahr wieder Fortbildungen im Schwarzwildgatter für JGHV-Richter angeboten werden. 

Praxisfragen aus den Gattern
In der abschließenden Fragerunde wurden die unterschiedlichen Rotten- bzw. Geschlechterstrukturen in den Gattern besprochen. Auch die Herkunft und die Integration der Sauen in den Gatteralltag wurde diskutiert. Durch Menschen aufgezogene Sauen sind teils schwieriger im Umgang, da sie weniger Respekt zeigen und körperlicher werden, was im Lauf der Zeit zu Problemen bei der Gatterarbeit führen kann. 
Die Integration von mehreren neuen Schweinen, die sich bereits kennen, in eine bestehende Rotte ist oft einfacher als die von einzelnen Sauen. 
Auch das unterschiedliche Verhalten der Hunde am Zaun des Prägungskorridors, an der Leine im Gatter oder frei im Gatter wurde erläutert. Man kam überein, dass die Hunde abhängig von ihrem Verhalten und ihrer Entwicklung an unterschiedlichen Sauengruppen gearbeitet werden sollten, um den besten Lerneffekt zu erreichen. Dank des guten Urteilsvermögens der Gattermeister kam es in den letzten Jahren bei den Tausenden von Hunden in der Gatterarbeit zu keinem einzigen tödlichen Zwischenfall bei Hund oder Sau. 

Praktischer Übungsbetrieb
Am Sonntagmorgen trafen sich die Teilnehmer im nahegelegenen Schwarzwildgatter Hermannsburg. 
Gattermeister Friedrich-Wilhelm Bauck und seine Kollegen Jürgen Lühman und Frank Dahlem stellten das Gatter vor und hatten vier Hunde unterschiedlichen Alters und Erfahrung am Schwarzwild eingeladen. Es war sehr interessant zu beobachten, wie verschieden die Hunde auf die Sauen reagieren und wie schnell die Sauen die Hunde einschätzen können. Durch unterschiedliche Sauengruppen in drei Arbeitsgattern können die Gattermeister die Hunde entsprechend ihres Charakters und Ausbildungsstands den passenden Sauen zuordnen, was eine differenzierte Einarbeitung ermöglicht. Nach der Hundearbeit und dem obligatorischen Fachsimpeln machten sich die Teilnehmer voller Eindrücke wieder auf den Heimweg. 

Das nächste Treffen der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter findet vom 12.-14. März 2027 in Mecklenburg-Vorpommern statt. 

Der alte und der neue Vorstand der Kompetenzgruppe v.l.n.r.: 
Karl-Ernst Brehmer, Maik Weingärtner, Dr. Christina Jehle, Marko Dettmann, Friedrich-Wilhelm Bauck
Bild: Greta Bode, Pirsch.de

Dr. Ralf Erler berichtet über die Stressbelastung von Schwarzwild bei der Gatterarbeit

Prof. Dr. Thomas Richter referierte über Tierschutz und Populationsdynamik

Besuch des Schwarzwildgatters Hermannsburg

Hauptversammlung und Fortbildung 2025 in Meiningen (Thüringen)

Vom 14. bis 16. März 2025 treffen sich die Mitglieder der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter und Gattermeister zur jährlichen Hauptversammlung und Fortbildungsveranstaltung. Dieses Jahr sind wir in Meiningen (Thüringen) zu Gast. 

Über diesen Link kann die Tagesordnung der Hauptversammlung heruntergeladen werden. 

Hauptversammlung 2024

Treffen der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter in Lippstadt

Mitte März trafen sich Vertreter der 20 Schwarzwildgatter in Deutschland zur Hauptversammlung der Kompetenzgruppe mit Fortbildungsveranstaltung in Nordrhein Westfalen. 

Bei der Hauptversammlung am Freitag begrüßte der erste Vorsitzende Maik Weingärtner die anwesenden Mitglieder der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter e.V. 
Nach den Formalien berichtete der Vorsitzende über die Aktivitäten der Kompetenzgruppe. Es wurden einige Videokonferenzen vom Vorstand und von der Arbeitsgruppe zur Überarbeitung der Leitlinien zur Einarbeitung von Jagdgebrauchshunden im Schwarzwildgatter durchgeführt.  

Übersicht der Gatterarbeit 2023

Aktuell ist Deutschland flächendeckend mit 20 von der Kompetenzgruppe zertifizierten Schwarzwildgattern ausgestattet, in denen sich über 100 Gattermeister ehrenamtlich engagieren. Die Planungen weiterer Gatter in flächengroßen Bundesländern sind regional unterschiedlich fortgeschritten. In Hessen sind die Planungen für ein neues Schwarzwildgatter schon recht konkret und man rechnet mit der Eröffnung 2025/2026.

Alle Gatter sind zertifiziert und standardisiert. 2025 ist die Verlängerung der Zertifikate erforderlich; die entsprechende Richtlinie wird bis dahin den neuen Rahmenbedingungen angepasst.   

Im Jahr 2023 wurden 7.134 Hunde in 11.083 Übungseinheiten in Schwarzwildgattern auf die Schwarzwildjagd vorbereitet. 
Zuchtvereine nutzen verstärkt die Naturleistungszeichen „Schwarzwildtauglichkeit“ in Gattern und in fünf Bundesländern wurden 70 Brauchbarkeitsprüfungen durchgeführt. Dabei haben von den 403 teilgenommenen Hunden 299 ihre Brauchbarkeit zur Schwarzwildjagd im Gatter nach Landesregelungen nachgewiesen. 

Eine wesentliche Aufwertung und gesellschaftliche Bedeutung der Gatter ist durch den Wesenstest und die Einarbeitung der ASP-Kadaversuchhunde erfolgt, die inzwischen in mehreren Gattern angeboten werden. 

Besonders hervorzuheben ist, dass auf Einladung von Friedrich Wilhelm Bauck, Gattermeister Schwarzwildgatter Hermannsburg (Niedersachsen) die Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne) mit drei Mitarbeitern des Amtes im Oktober 2023 zu einem Informationstag am Gatter war. Das Ergebnis war überaus positiv. Im Zusammenhang mit der Jagdgesetznovellierung steht die Gatterarbeit nicht zur Disposition, wenn die Arbeitsweise weiter den Leitlinien der KG-SWG entspricht.

Bundesweite Datei der Selbstgefährder

Dr. Christina Jehle (2. Vorsitzende) stellte die Liste der acht Hunde mit bundesweitem Gatterverbot mit Stand 03/24 vor. Sie erläuterte noch einmal die Definition „Selbstgefährder“ zur einheitlichen Ansprache: 

"Die abschließende Einstufung eines Jagdhundes zum Selbstgefährder und damit verbunden der Aufnahme in die Bundesdatei kann nur bei freier Arbeit des Hundes im Gatter erfolgen. 
Die Entscheidung kann weder am Prägungskorridor noch bei angeleinter Arbeit festgestellt werden. 
Für Hunde, die in dieser frühen Phase der Ausbildung überpassioniert agieren, sind an einem weiteren Übungstag entsprechend wehrhafte adulte Sauen für die freie Arbeit auszuwählen. 
In der Regel passen diese Hunde dann sehr schnell ihr Verhalten an, wenn sie durch die Sauen in die Schranken verwiesen werden.
Nur Hunde, die auch dann noch keine Verhaltensanpassung zeigen und ohne Rücksicht von vorn oder hinten auf die Schwarte gehen, so dass ohne Abbruch der Arbeit, Verletzungen an Hund und oder Sau wahrscheinlich sind, werden als Selbstgefährder registriert und erfasst. 
Hartes Bedrängen und Fassversuche sowie Sprengen der Rotte zählen nicht dazu.

Dem Hundeführer wird nachweislich ein bundesweites Gatterverbot ausgesprochen und dieser Umstand im Gatterbuch vermerkt. 
Chipnummer und Name des Hundes (ohne Daten des Hundeführers) werden in einer bundesweiten Selbstgefährderdatei erfasst und allen Gattern kommuniziert. Nach drei Jahren werden die Daten der Hunde automatisch gelöscht."

Afrikanische Schweinepest

Im Anschluss daran gab Jehle einen Überblick über das aktuelle Seuchengeschehen bezüglich ASP.
Die ASP ist weiterhin relevant für alle Schwarzwildgatter bundesweit - entsprechend werden Vorkehrungen durch die Bundesländer getroffen. Vor allem die Ausbildung von Kadaversuchhunden wird weiter unterstützt.

Kassenbericht und Entlastung

Schatzmeister Friedrich Wilhelm Bauck stellte den Kassenbericht 2023 vor. Die Kassenprüfung ergab eine ordnungsgemäß geführte Kasse, so dass auf Antrag der Kassenprüfer der Vorstand für das Geschäftsjahr 2023 entlastet wurde.

Verschiedenes

Der Zertifizierungsbeauftragte Karl Ernst Brehmer gab Hinweise zur Führung des Sauenbestandsbuches und stellte die Notwendigkeit der Weiterbildung der Gattermeister hervor. 
Er wies die Teilnehmer ausdrücklich darauf hin, dass die Begleitung der Hundeführer durch den Gattermeister im Schwarzwildgatter alternativlos ist. 
Abschließend erläuterte Brehmer die Zielstellung für die Verlängerung der Zertifizierung aller Schwarzwildgatter bis 2025.

Beschlüsse

Die Anträge des Vorstandes der Kompetenzgruppe zur Evaluierung und Neufassung der Leitlinien der KG-SWG sowie zur Gebührenordnung wurden angenommen.

Hochkarätige Fortbildung

Am Samstag begrüßte Maik Weingärtner die gut 50 aus ganz Deutschland angereisten Gattermeister und Gattermeisterinnen in der Brennerei Cosack zur jährlichen Fortbildungsveranstaltung. 

Zu Beginn dankte Weingärtner dem ehemaligen 2. Vorsitzenden Volker Sandfort für seinen Einsatz in der Kompetenzgruppe mit einem Präsentkorb. 
Friedrich-August Eickholt, der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Soest, verabschiedete den langjährigen Gattermeister von Lippstadt Gerd Eckel und zeichnete ihn mit der LJV Nadel in Bronze aus. Hubert Falkenstein, Geschäftsführer des Schwarzwildgatters Lippstadt, wurde ebenfalls für sein langjähriges Engagement mit der LJV Nadel in Bronze geehrt. 

Den Auftakt der Vorträge machte JGHV Präsident Karl Walch, der nach einem Überblick über die aktuellen Themen des JGHV (drohendes Kupierverbot, Forschungsprojekte zu Schliefenanlagen und zur Boxenunterbringung von Gebrauchshunden etc.)  über den Einsatz von Jagdgebrauchshunden bei Bewegungsjagden referierte. In gekonnter Weise stellte Walch die Herausforderungen an die Hunde sowie die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Einsatzarten bei Bewegungsjagden dar. 

Danach folgte Dr. Dirk van der Sant von der Gothaer Versicherung, der die Teilnehmer über die erforderlichen Versicherungen sowohl für die Jagdausübung als auch für den Gatterbetrieb und deren Deckungsbereiche informierte. Außerdem stellte er die vielfältigen Versicherungsmöglichkeiten für den Jagdhundeeinsatz vor.

Den Abschlussvortrag hielt Dr. Michael Weiler. Der Tierarzt beleuchtete die Vorgaben und Umsetzung der Tierschutz-Hunde-Verordnung in Bezug auf Jagdgebrauchshunde und die tierschutzrechtlichen Aspekte bei der Arbeit im Schwarzwildgatter. Als ausgewiesener Wolfsexperte schilderte Weiler auch eindrücklich die Auswirkungen der steigenden Wolfsbestände auf das Wild und vor allem auf den Einsatz von Jagdgebrauchshunden in Wolfsgebieten. 

Gatterbesichtigung Lippstadt

Im Anschluss an die Fortbildung nutzten einige Teilnehmer noch die Gelegenheit, das Gatter Lippstadt zu besichtigen.  

Nach ereignis- und erkenntnisreichen Tagen machten sich die Teilnehmer dann wieder auf den Heimweg. Das nächste Treffen der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter findet im März 2025 in Thüringen statt. 

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